Christian Steiner
Assistent Kindertraining
2004 erzählte mir mein Onkel von der Kampfkunstart, welche er bis vor kurzen ausgeübt hatte. Er meinte, dass mir etwas mehr Selbstbewusstsein und eine Verteidigungsmethode in Notsituationen nicht schaden würden. Ich dachte darüber nach und fand die Idee selber mit Wing Tsun anzufangen zwar durchaus interessant, war mir aber nicht sicher ob ich wirklich regelmäßig bereit war zum Training zu gehen. Der eigentliche Auslöser, dass ich zum Probetraining gegangen bin, war eine Schlägerei in welche ein Kollege von mir involviert war. Er ging in eine "falsche" Bar und wurde dort innerhalb von kurzer Zeit von mehreren Rechtsextremisten angepöbelt und dann zusammengeschlagen. Da erst wurde mir klar wie schnell es gehen kann, dass man "aufgemischt" wird und dann eine oder auch mehrere Nächte im Krankenhaus verbringen muss. Also entschloss ich mich mal zum Probetraining der Haller Wing Tsun Schule zu gehen.
Mir fiel sofort positiv auf, dass offensichtlich alle Spaß am Training hatten und dass eine eher freundliche als autoritäre Beziehung zwischen Schülern und Lehrer vorhanden war.
Nach einiger Zeit begriff ich dass es in Wing Tsun nicht nur um reine Selbstverteidigung sondern sehr wohl auch um Körperbeherrschung und Feinmotorik geht. Da das Wing Tsun Training sowohl diese zwei Eigenschaften, welche ich sowieso verbessern wollte, als auch Selbstverteidigung bzw. Kampfkunst trainiert, war mein Interesse geweckt worden. Ich besprach mit meiner Mutter ob die Kosten für sie in Ordnung wären und meldete mich kurze Zeit nach ihrer positiven Zusage verbindlich fürs Training an.
Nach circa einem Jahr hatte ich 3 Schülergrade bestanden und entwickelte immer mehr Interesse für die Kampfkunst hinter der Selbstverteidigung. Kurze Zeit später entschloss sich die Haller Wing Tsun Schule aus der EWTO auszutreten. Am Anfang stand ich dieser Entscheidung eher skeptisch gegenüber, mittlerweile bin ich persönlich aber 100% davon überzeugt, dass das die richtige Entscheidung war. Das Training ist einfach freier gestaltet, die Grenzen zwischen den Programmen verschwimmen einfach etwas (zB die Form wird einem schon früher gezeigt oder die auch die Puppe wird verwendet um Fehler auszubessern). Mir gefallen auch die Programme selber besser, da sie einfach umfangreicher und somit auch abwechslungsreicher sind. Besonders der frühe Einbau der Waffenhandhabung bzw. - abwehr hat mich sehr positiv überrascht.
Ungefähr nach 2 Jahren Training habe ich selber als Assistent im Kindertraining angefangen, eine Tätigkeit die mir sowohl die Möglichkeit gibt mein Wing Tsun noch weiter zu vertiefen und zu verbessern aber auch die Möglichkeit mein erlerntes WT an andere weiter zu geben und Anja beim Training zu unterstützen. Ich persönlich empfinde das Training mit den Kindern zwar manchmal als nervenaufreibend, meistens allerdings gehe ich bereits mit sehr viel Vorfreude zum Kindertraining, da mir sehr viele Kinder sympathisch sind und ich sehr gerne unterrichte.
Meine Ziele im Wing Tsun sind noch mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit gefährlichen Situationen zu erlangen, meine Motorik noch weiter zu verbessern und auch mein Körpergefühl noch weiter zu steigern. Ich hoffe, dass das Training unter Günther & Anja weiterhin so interessant, aber auch amüsant bleibt und ich im Laufe der Zeit noch viele neue Sachen hinzulernen kann bzw. meine bisher erlernten Sachen noch weiter vertiefen kann.
Steiner Christian